Des Kaisers neue Kleider

Die Bemalung eines Modelles kann mitunter in einen Glaubenskrieg ausarten. Viele Modellbauer stecken sehr viel Zeit und Energie in die Recherche nach DEM richtigen Farbton! Ich sehe das ein wenig lockerer, für mich muss das Gesamtkonzet stimmen.

DEN richtigen Farbton trifft man eh sehr selten. Der persönliche Farbeindruck ist nämlich extrem subjektiv. Zusätzlich hängt er noch noch vom Alter der Lackierung, Ausbleichung, Sonnenstand, Lichtquelle, etc. ab. So kann ein Original schon unter freiem Himmel vollkommen unterschiedlich aussehen, je nach Stand der Sonne. Was draußen dann ein Olivgrün ist, kann in der Halle unter Kunstlicht sogar sehr schnell in ein ein Grün-Grau umschlagen…

 

Außen ‚Hui‘, innen ‚Donnerwetter!‘

Nach Abschluß der ersten Umbauten im Inneren kamen die äußeren Veränderungen an die Reihe. Die kampfwertgesteigerte Variante des „Gepard“ zeichnet sich äußerlich hauptsächlich durch einige zusätzliche Staukästen auf der Wanne, einer großen Klimaanlage hinter dem Turm, neu V0-Messbasen an den Geschützen und ein zus. Laserentfernungsmesser auf dem vorderen Folgeradar aus.

Als Farben wählte ich den unter Militärmodellbauern sehr beliebten „NATO-Dreikampf“ von Tamiya bestehend aus den Farben XF-67 (NATO-Grün), XF-68 (NATO-Braun) und XF-69 (NATO-Schwarz). Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keine sehr große Auswahl von Acrylfarben, und die Tamiya-Farben gehörten damals (und tun es immer noch!) mit zur ersten Wahl, wenn es um das lackieren mit der Airbrush ging. Von dem Grün und Schwarz bin ich immer noch sehr angetan, lediglich das Braun mag ich nicht mehr, da es mir zu rotstichig ist. Da gibt es zwischenzeitlich in meinen Augen schönere Alternativen.

Zunächst habe ich das alte Plastikteil der seitlichen Auspuffleitung des Hilfsmotors entfernt. Die Abgassleitung selbst ist ein lackiertes Messingrohr, die Abdeckung besteht aus mehreren geätzten und gebogenen Metallsegmenten. Einige neue Kisten finden ebenfalls ihren Platz.

 

Unter der hinteren Staukiste auf der Oberwanne verbirgt sich der Zugang zu den Rauchern mit einem eigenen Ein-/Aus-Schalter. Ich habe den dort platziert, um beim ausschalten des Modells die Raucher einige Sekunden vorher abzuschalten, und so den Ventilatoren genug Zeit zu geben, den restlichen Rauch aus dem System herauszubefördern. Außerdem erfolgt die Betankung mit dem Nebelfluid über diese Öffnung.

Vorne wurden die Plastiklampen gegen Metallleuchten ausgetauscht, die sich gut elektrifizieren liesen. Das Standlicht übernimmt etwas plattgedrükte Lichtleitfaser, das Fernlicht sind eigene SMD-LEDs. Die entpuppten sich als ziemlich teuer (damals fast 2-3€/Stück), aber absolut genial im Farbton. Das war damals sehr selten: Standard-Weiß gab es schon, sogenanntes Warm-Weiß war nooch sehr selten.Durch geschicktes Bohren habe ich es sogar noch geschafft, das Tarnlicht mittels dünner 0,5mm-Lichtleitfasern zu realisieren. Wie in der Realität sind sie kaum zu sehen, erst im Dunkeln erkennt man das schwache Glimmen.

Im gleichen Atemzug wurden die Spiegel überarbeitet und mit echter Spiegelfolie aus dem Baumarkt aufgewertet. Diese Folie entpuppte sich als ziemlich geniales Zeug: Für 5€ bekam ich 9 große Folien in Kachelgröße, die wirklich nur hauchdünn sind.

 

Das Kind braucht einen Namen

Mit dem „Gepard“ begann bei mir die Tradition, dass ich meinen RC-Panzern Frauennamen gebe. Die Idee kam mir, als ich während der Bilderrecherche zum „Gepard“ über ein Manöverbild stieß, bei dem ein Fahrzeug den gelben Schriftzug EVA am Heck trug. Also entwarf im am Rechner einen Namenszug in unterschiedlichen Größen zum durchtesten und lies mir die Schablonen lasern. Was man hier auch schön erkennen kann, ist die Reflektorfolie aus dem Autoteilebedarf, die ich mittels eines normalen Lochers ausstanzte und einklebte. Kommt bei entsprechendem Licht sehr gut rüber!

Schreibe einen Kommentar

*